FASZIENSCHMERZEN

Warum Faszien die Ursache deiner Schmerzen sein können

Bist du oft verspannt? Zwickt es dich hier und da? Die wenigsten Menschen sind zu 100 Prozent schmerzfrei. Und meist entstehen die Schmerzen im Bereich der Faszien. Wir erklären dir, was Faszien sind, wie Schmerzen entstehen und warum Faszien die Ursache für deine Schmerzen sein können.

Was sind Faszien?

Hast du dich schon einmal gefragt, wie deine Muskeln an den Knochen haften? Oder warum du deine Hände nicht mit den Zehen berühren kannst? Die Antwort liegt in den Faszien.

Noch vor zehn Jahren wussten die wenigsten Menschen, was eine Faszie ist. Früher war vom Bindegewebe die Rede. Kein Wunder: Abgeleitet vom lateinischen „fascia“ steht der Begriff für „Binde, Bandage“. Die Wissenschaft spricht heute von einer „zweiten Haut“ und dem neuen Sinnesorgan. Eine dünne Haut, die jedes Organ, jedes Blutgefäß, jeden Knochen, jede Nervenfaser und jeden Muskel mit seinen Fasern umgibt und zusammenhält. Durchzogen von Nervenfasern wirkt dieses Gewebe auf unser vegetatives Nervensystem. Je nach Faszienart und Aufgabe ist das Fasziengewebe unterschiedlich zusammengesetzt. Die beiden hauptsächlichen Struktureiweiße sind Kollagen und Elastin, was besonders die Myofaszie elastisch und gleichzeitig reißfest macht.

Noch zu abstrakt? Stell dir vor, diese Grapefruit wäre der Querschnitt deines Oberarms. Das rote Fruchtfleisch stellt das Muskelgewebe dar. Die dünnen, weißen Häute zwischen den einzelnen Kammern wären demnach deine Faszien.

Du kannst deine Faszien auch fühlen: Lege deinen Kopf sanft zur Seite und versuche, dein Ohr auf deiner Schulter abzulegen. Auf der gegenüberliegenden Seite von Schulter bis Kiefer wirst du jetzt ein Zuggefühl spüren – und das kommt vor allem aus deiner Faszie, nicht aus deinem Muskel.

Wie entstehen Faszienschmerzen?

Faszienschmerzen entstehen vor allem im Bereich der Myofaszien (Muskelfaszien). Das Wort Myofaszien setzt sich aus den Begriffen „Myo“ - Muskeln und „Faszien“ - Bindegewebe zusammen. Treten hier Schmerzen auf, sprechen wir vom myofaszialen Schmerzsyndrom.

Aber auch Faszien, welche die Organe umgeben, können Schmerzen verursachen. So kann beispielsweise der Darm über seine faszialen Aufhängungen Schmerzen im Rückenbereich auslösen.

Genauso ist es mit den Muskelfaszien. Denn der Ort, an dem sich der Schmerz ausbreitet, ist nicht immer der Ort, an dem das Problem entsteht. Wir sprechen vom Übertragungsschmerz. Eine Verhärtung im Bereich der Fußsohle kann über die hintere fasziale Zugbahn bis hoch in den Kopf ziehen. Die Folge: Kopfschmerzen.

Die Spannungen in deinem Körper sind also voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig. Stell dir das wie ein Segelschiff vor: Die Spannung der einzelnen Taue, die an den verschiedenen Stellen angesetzt sind, müssen aufeinander abgestimmt sein. Wird nur ein Seil gelöst, kann es sein, dass das Schiff in eine andere Richtung segelt. Das gilt auch für deinen Körper: Deine Knochen und Wirbel werden durch das myofasziale Spannungsgleichgewicht am richtigen Ort gehalten. Diese neue Sichtweise nennt der Fachmann „Tensegrity“. Verklebungen und Verhärtungen im Bereich der Faszie können Ungleichgewichte im ganzen Körper hervorrufen.

Wie machen sich Faszienschmerzen bemerkbar?

Sind Faszien der Auslöser für deine Schmerzen? Das Problem ist, dass Faszienschmerzen nicht immer dort auftreten, wo sie ihren Ursprung haben. Das führt leider oft zu falschen Diagnosen. Aber anhand typischer Begleitsymptome kannst du erkennen, ob die Beschwerden im Bereich deiner Faszien entstehen.

Typisch für Faszienschmerzen:

  • Schmerzen breiten sich entlang der faszialen Zugbahnen aus.
  • Schmerzen breiten sich großflächig aus.
  • Schmerzen verringern sich durch Bewegung.
  • Bewegungen fühlen sich steif an.
  • Überbeanspruchung:
  • Einseitige und monotone Bewegungen:
  • Durchblutungs- und Lymphabflussstörungen:
  • Ernährung und Flüssigkeit:
  • Chronischer Stress:
  • Psychische Traumata:

Warum schmerzen Faszien?

Faszien enthalten mehr Schmerzrezeptoren als Muskeln. Wir sprechen deshalb vom größten Sinnesorgan des menschlichen Körpers. Das fasziale Bindegewebe ist eng mit dem autonomen Nervensystem verbunden und sendet ständig Signale an das Gehirn.

Gesunde Faszien sind flexibel und gleitfähig. Wenig Bewegung, Überbelastungen, Verletzungen und Stress erzeugen unstrukturierte Verflechtungen. Die Faszien verfilzen, und es bilden sich Verhärtungen. Schmerzhaft wird es vor allem dann, wenn sich die Faszien so stark verdicken, dass sie Nerven einengen.

Was sind die Ursachen von Faszienschmerzen?

Ist der Körper durch Anstrengung ständig übersäuert, wirkt sich das negativ auf deine Faszien aus – es kann zu Faszienschmerzen kommen. Wichtig ist deshalb eine Balance zwischen Belastung und Erholung.

Einseitige Belastung der Muskulatur führt zu Gewebestress des myofaszialen Systems. Besonders betroffen: Läufer, Radfahrer, Büroangestellte.

Deine Faszien müssen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Ebenso muss verbrauchtes Gewebewasser mit seinen Stoffwechselabfallprodukten gut über die Lymphe ausgeleitet werden können. Zu wenig Nährstoffe und Flüssigkeit auf der einen Seite und zu viele angesammelte Giftstoffe auf der anderen Seite lassen die Faszie verkleben und machen sie spröde. Faszienschmerzen können die Folge sein.

Eine ausgewogene Ernährung ist ein Grundbaustein dafür, dass deine Faszien mit den richtigen Nährstoffen versorgt werden. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr (Faszien bestehen zu etwa 75 Prozent aus Wasser) ist vor allem der Säure-Basen-Haushalt entscheidend.

Auf Stressreize reagiert die Faszie mit Anspannung. Werden Stress und Anspannung chronisch, bilden sich Verspannungen im Körper – und möglicherweise Faszienschmerzen.

Faszien haben eine emotionale Erinnerung. Schicksalsschläge können sich deshalb wortwörtlich in deinem Körper festsetzen.

Dr. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerztherapeut und Gesundheitscoach:

„Die Faszie nimmt im wahrsten Sinne alle Formen von Stressoren in sich auf. Die meisten Menschen denken oft ausschließlich an körperliche Belastungen und wundern sich, wenn die körperlichen Bemühungen allein nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Faszienübungen sollten immer mit weiteren Maßnahmen wie Lebensstilanpassungen ergänzt werden.”

Was hilft bei Faszienschmerzen?

Leidest du an myofaszialen Schmerzen, kann eine myofasziale Selbstmassage (SMT) mit den BLACKROLL® Produkten helfen. Die SMT-Übungen wirken sich positiv auf deine fasziale Gesundheit aus und können Faszienschmerzen lindern oder beseitigen.

Zu den physiologischen Auswirkungen gehören:

  • verbesserter Flüssigkeits-Austausch
  • Lösen von Verklebungen
  • verbesserte Durchblutung
  • Anregung des Lymphflusses
  • Entlastung und Regulierung des Nervensystems

Diese Einflüsse zeigen sich an deinem Körper, indem sich

  • deine Beweglichkeit verbessert,
  • deine Verspannungen lösen,
  • dein Stressgefühl reduziert,
  • deine Regeneration beschleunigt,
  • deine Leistungsfähigkeit erhöht,
  • deine Verletzungsanfälligkeit verringert,
  • deine Körperwahrnehmung verbessert.

Wie du deine Faszien sonst noch gesund hältst

Vielfältige Bewegung:

Alle Sportarten, die dein Körpergefühl verlangen und viel Variation beinhalten, trainieren deine Faszien. Dazu gehören vor allem spielerische Sportarten wie Tanzen oder Turnen. Wir empfehlen auch Yoga- oder Pilates-Übungen.

Hüpfende Bewegung:

Seilspringen, hüpfen, tänzeln wie ein Boxer: Bei federnden Abläufen geht die Bewegung nicht vom Muskel, sondern vom elastischen Bindegewebe aus. Durch diese Art von Bewegung kannst du deine Faszien gezielt trainieren.

Dehnung der myofaszialen Ketten:

Faszien mögen es, in die Länge gezogen zu werden. Dein ganzes fasziales System ist miteinander verbunden. Spannungszustände in einem Bereich wirken sich deshalb auf dein ganzes System aus – positiv wie negativ. Deshalb solltest du immer ganze Faszienketten dehnen.

Genügend Wasser trinken:

Das Muskelfaszien-Gewebe besteht aus bis zu 75 Prozent Wasser. Speziell, wenn du SMT-Übungen ausführst, solltest du darauf achten, dass du genügend Flüssigkeit zu dir nimmst – so kannst du Faszienschmerzen vorbeugen. Die Meinungen über den Tagesbedarf gehen auseinander. Als Faustregel gilt: Du solltest 30 bis 35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Bei einem 80 Kilogramm schweren Mann wären das 2,8 Liter. Bist du sportlich sehr aktiv, ist es tendenziell mehr.

Fasziengerechte Ernährung:

Achte auf eine vielseitige, naturbelassene und pflanzenbasierte Ernährung. Zu fasziengerechten Lebensmitteln gehören Hülsenfrüchte, Quinoa, Hirse, Buchweizen, Gemüse, Nüsse, Pilze, Kartoffeln, Keime, Sprossen, Kräuter und Beeren. Achte darauf, dass du Zucker, Weißmehl, Fleisch und Milchprodukte reduzierst.