EFFEKTE EINES SELF-MYOFASCIAL-RELEASE TRAININGS MIT DER BLACKROLL®

Flow3

Hintergrund:
Self-myofascial Therapy (SMT) ist eine weit anerkannte Methode, sich auf sportliche Belastungen vorzubereiten oder die Regeneration nach sportlichen Belastungen zu fördern. Zusätzlich zur Schmerzreduktion, wird dem SMT nachgesagt, Einfluss auf die dynamische posturale Kontrolle und die subjektiv gefühlte Beweglichkeit, Muskelspannung und Schmerzen während der SMTs zu nehmen.

Fragestellung:
Verbessert eine 14-tägige Intervention mit einem SMT Programm (1) die dynamische posturale Kontrolle, (2) subjektive Parameter wie Beweglichkeit, Muskeltonus und empfundener Schmerz?

Methodik:
Die dynamische posturale Stabiltät wurde bei 38 Probanden (22,0 ± 1,6 Jahre, BMI 22,6 ± 2,6 kg/m²), aufgeteilt in eine SMT-Gruppe (n = 19 ) und eine Kontrollgruppe (KG, n = 19), zu zwei Zeitpunkten im Abstand von 14,0 ± 1,0 Tagen (prä und post) mit dem Star- Excursion-Balance-Test (SEBT) quantifiziert (Abb.1).

Folgende Muskeln bzw. Strukturen wurden während des SMT mit der BLACKROLL® STANDARD (BLACKROLL AG, Germany) gerollt:

Plantarfaszie, Wadenmuskulatur, Tibialis anterior, Ischiocrurale Muskulatur, Tractus Iliotibialis, Quadrizeps femoris, Hüftadduktoren, Gluteus maximus und medius, oberflächliche Rückenfaszie.

Der SEBT wurde für acht Richtungen (Abb. 2) durchgeführt. Um Lerneffekte zu kontrollieren wurden XY Probedurchgänge und nach einer Erholungspause von fünf Minuten zwei Messdurchgänge für jede Richtung durchgeführt. Der jeweils bessere Wert wurde auf die
Beinlänge normiert.

Haupt- und Interaktionseffekte des SEBT wurden mit einer 2x2 Anova und die Haupteffekte der subjektiven Parameter mit einer ANOVA mit Wiederholungsmessung mit einem α-Level von 0,05 berechnet. Alle Post-hoc Analysen wurden Bonferroni korrigiert.

Ergebnisse:

Die EG steigerte ihre SEBT-Leistungen bei sechs von acht Bewegungsrichtungen im Vergleich zur KG signifikant mehr (Abb. 3). Über den Messzeitraum reduzierte sich bei der EG die wahrgenommene Muskelspannung und vergrößerte sich die wahrgenommene Beweglichkeit (Abb. 4).

Diskussion:

Aus den Ergebnissen kann geschlussfolgert werden, dass ein 14-tägiges self-myofasciales release Training die posturale Kontrolle verbessert. Weiterhin wirkt sich das Training positiv auf die wahrgenommen Muskelspannung und Beweglichkeit aus. Aufgrund der beobachteten Effekte und des geringen materiellen und zeitlichen Aufwands können wir ein self-myofascial release Training zur Prävention und Rehabilitation von Sportverletzungen empfehlen.


Torsten Pohl, Torsten Brauner, Sarah Klitzke, Christian Liefke, Thomas Horstmann
TU München, Professur für Konservative und Rehabilitative Orthopädie, Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus

FRAGEN & AUSTAUSCH

comments powered by Disqus