FASZIALE BEWEGUNGEN

Springen

Fasziale Bewegungen

Neben dem sehr effektiven BLACKROLL® Training kann man das Faszientraining mit speziellen faszialen Bewegungen intensivieren. Fasziale Strukturen kann man nicht nur lösen, sondern auch „kräftigen“. Unter „die Faszien kräftigen“ versteht man, dass die faszialen Strukturen elastischer und reißfester werden und zusätzlich die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln, welche die Faszienexperten auch zu den faszialen Strukturen zählen, mehr kinetische Energie speichern können. Dadurch werden sportliche Bewegungen ökonomischer (man braucht weniger Muskelenergie) und die Verletzungsanfälligkeit wird geringer.


Wer sich schon einmal mit faszialen Bewegungen beschäftigt hat, der weiß, dass es dabei um hüpfende, wippende und federnde Bewegungen geht. Auch beim Dehnen sind nun federnde Bewegungen erlaubt, da man festgestellt hat, dass es eine positive Wirkung auf die Faszien hat. Diese Tatsache zeigt, dass es eigentlich keine falschen Bewegungen gibt. Man muss nur die Form der Bewegung dem eigentlichen Ziel zuordnen. So dient das passive Dehnen eher der Detonisierung sowie der Vermeidung und Reduzierung von Entzündungen und das aktive wippende Dehnen eher der Kräftigung und Anregung der faszialen Strukturen.

Aber: Federn ist nicht gleich federn und springen ist nicht gleich springen! Um wirklich die faszialen Strukturen zu aktivieren, muss man beim Springen und Federn einige Details berücksichtigen.

Um beim Dehnen auch optimal die Faszien zu erreichen braucht man eine maximale Vordehnung, viele Vektorenwechsel und Minifederungen (Bilder von Mira Hampel aus Buch: Faszie trifft Muskel – Meyer & Meyer Verlag 2017)

Mehr Infos über die Autoren:

www.concept-rossmann.com www.lamar-functional-training.de

Literatur:

·       Roßmann, M./Lowery, L. (2017). Faszie trifft Muskel Aachen: Meyer & Meyer

·       Schleip, R. & Baker, A. (2016). Faszien in Sport und Alltag (1.Auflage). München: riva

·       Schleip, R., Findley, T., Chaitow, L. & Huijing, P. (Hrsg). (2012): Lehrbuch Faszien Grundlagen – Forschung – Behandlung (1.Auflage). München: Urban & Fischer.


FEDERN WÄHREND DER DEHNÜBUNG

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Um beim Dehnen auch optimal die Faszien zu erreichen braucht man eine maximale Vordehnung, viele Vektorenwechsel und Minifederungen (Bilder von Mira Hampel aus Buch: Faszie trifft Muskel – Meyer & Meyer Verlag 2017)

Wenn man beim Dehnen den Schwerpunkt auf die Aktivierung der Faszien setzen möchte,  dann spielen drei Dinge eine wichtige Rolle:

1. Maximale Vordehnungsposition einnehmen

2. In dieser Position Minifederungen durchführen

3. Zusätzlich ständig kleine Winkelveränderungen durchführen um

          a) möglichst viele unterschiedliche Reize auf die Faszien zu    geben (Faszien lieben es in alle Richtungen gedehnt zu werden)

          b) die beste, individuelle Dehnposition zu erreichen.

Dabei sollte, und das ist das Wichtigste, die Richtungswechsel mit maximaler Beschleunigung durchgeführt werden. Nur so ist maximal gewährleistet, dass die Fibroblasten (die Zellen, die für den Neuaufbau von Kollagen verantwortlich sind) im positiven Sinne angeregt werden. Dieses wichtige Detail, wird von vielen, Trainern und Trainierenden leider wenig beachtet.

SCHWINGEN FÜR DIE FASZIEN

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Abb1: Normales Schwingen: Laut Wissenschaft kann man mit dieser Art des Schwingens noch nicht die Fibroblasten positiv beeinflussen. Dennoch zeigt die Praxis, dass auch dieses Schwingen, schon nach kurzer Zeit bei den meisten Klienten, positive Effekte hervorruft.

Abb2: Nur bei endgradigen, schwingenden Bewegungen + Bewegungsbeschleunigung beim Bewegungsumkehrpunkt konnte eine positive Aktivierung der Fibroblasten festgestellt werden.

Auch bei den schwingenden Bewegungen ist eine Optimierung der faszialen Wirkung nur durch

·       Maximale Vordehnung

·       Ständige Winkeländerungen

·        Und Maximale Beschleunigung in der Bewegungsumkehr

möglich!.....sagt die Wissenschaft.

In der Praxis jedoch, muss man sehr oft auf diese sehr anspruchsvollen Bewegungsausführungen verzichten, da diese von Bewegungslaien oder in der Rehabilitation befindlichen Personen nicht durchgeführt werden können. So zeigt meine Erfahrung und die Rückmeldung von vielen Therapeuten und Trainern, dass das einfache Schwingen ohne Beschleunigung auch schon eine hervorragende Wirkung auf die Beweglichkeit, das Schmerzempfinden und den Gemütszustand hat. Und dann ist es mir persönlich gänzlich egal, ob das auf die Faszien oder auf etwas anderes zurück zu führen ist. Womit wir bei einer weiteren, noch nicht wissenschaftlichen begründeten Beobachtung sind. Die Kombination von Blackroll Training und faszialen Schwingen und Dehnen mit und ohne Kleingeräte hat die meisten positiven Effekte. Das ist meine „7 jährige Langzeitbeobachtung“ nach mehr als 400 Kursen zu diesem Thema!

SPRINGEN/HÜPFEN

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Abb1: Springen mit weicher Landung, großen Kniehebelveränderungen und langen Fuß-Boden Kontaktzeiten trainiert mehr die faszialen Muskelhüllen und die Slow Twitch Fasern

Abb2: Springen mit harter Landung, wenig Kniehebelveränderung und kurzen Fuß-Boden Kontaktzeiten (steife Sprünge) trainiert mehr die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln sowie die Fast Twitch Fasern!

Ganz allgemein kann man sagen: Um Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln einen positiven Impuls zu geben, muss man regelmäßig hüpfen und springen. Dabei gibt es Unterschiede in der Ausführung und Wirkung auf die Muskeln und Faszien. Springt man eher langsam, macht große Winkelveränderungen im Kniegelenk und hat mit den Füßen lange Kontaktzeiten am Boden, dann trainieren wir mehr die Slow Twitch Fasern und die kollagene Muskelhaut. Springt man eher schnell, macht wenig Winkelveränderungen im Kniegelenk (bleibt eher steif), hat mit den Füßen bzw. Ballen nur ganz kurze Kontaktzeiten am Boden und drückt sich sofort wieder ab, dann trainiert man mehr die Fast Twitch Fasern sowie die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln.

Es kommt also auf die Geschwindigkeit und die Steifigkeit der Durchführung an, welche Strukturen man erreicht. Bleibt wie immer fest zu stellen. Bei jedem Training werden Muskeln und Faszien trainiert. Ich kann aber mehr ein Muskel betontes Training oder ein mehr Faszien betontes Training durchführen und hierfür kommt es eben auf die kleinen, aber feinen Unterschiede in der Bewegungsausführung an.

In unserem Buch Faszie trifft Muskel– Meyer&Meyer Verlag 2017, sowie unserem E-Learning Programm in Kooperation mit der Firma ARTZT werden von Lamar Lowery – Personal Trainer und Functional Training Experte viele klassisch funktionelle Übungen mit Kleingeräten vorgestellt, die ich dann in der Bewegungsausführung so verändere, dass der Schwerpunkt mehr auf den faszialen Strukturen liegt.

FRAGEN & AUSTAUSCH

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