Impingementsyndrom

IMPINGEMENTSYNDROM (SCHULTERENGPASSSYNDROM)

Dein Schultergelenk ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt und schmerzt? Vielleicht leidest du unter dem Impingementsyndrom.

Das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers. Aber das hat auch einen Nachteil: Die Schulter ist anfällig für Verletzungen und Abnutzungen. Verschiedene Faktoren führen beim Impingementsyndrom zu einer schmerzhaften Einengung der sogenannten Supraspinatus-Sehne zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Betroffen sind vor allem Menschen, die viel Überkopfarbeit durchführen. Das Anziehen einer Jacke oder das Liegen auf der betroffenen Schulter können zu Schmerzen führen. Überlastung, verschleißbedingte Gewebeveränderungen, Verkalkung und Entzündungen können ein Schulter-Impingement verursachen. Bei all diesen Faktoren ist eine muskuläre Fehlspannung beteiligt, also ein Ungleichgewicht im Muskel-Faszien-System. Das Gute daran: Du kannst selbst etwas dafür tun, dass es wieder ins Gleichgewicht kommt und deine Schmerzen der Vergangenheit angehören.

Was ist ein Impingementsyndrom?

Impingement ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet „Zusammenstoß”. Neben dem Impingement in der Schulter gibt es auch das Hüftimpingement. Im Deutschen nennen wir das Schmerzbild an der Schulter auch „Schulterengpasssyndrom”. Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die deinen Oberarmknochen an der Gelenkpfanne des Schulterblattes befestigen. Sie stabilisieren die Schulter und ermöglichen, dass deine Oberarme nach innen und außen rotieren können. Beim Schulterengpasssyndrom (Impingementsyndrom) kommt es zu einer Einengung des Raumes unterhalb des Schulterdaches. Ein Schleimbeutel, die sogenannte Bursa subacromialis und die Supraspinatussehne werden zwischen dem Schulterdach (Akromion) und dem Oberarmkopf (Humerus) eingeklemmt.

Was sind Symptome des Impingementsyndroms?

Beim Impingement-Syndrom kommt es zu einer Bewegungseinschränkung in der Schulter. Du merkst sie vor allem beim seitlichen Heben der Arme zwischen 60 bis 120°. Nachts können die Schmerzen stärker sein, wenn du auf der betroffenen Schulter liegst. Der Raum unter dem Schulterdach wird eingeengt – und das macht die einfachsten Alltagsbewegungen zur Qual:

  • Schmerzen beim Anheben oder Abspreizen der Arme
  • Schmerzen bei Drehbewegungen der Arme
  • Beschwerden, die in den Oberarm oder Nacken ausstrahlen
  • Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter
  • Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk
  • Schwächegefühl im Arm
  • ungewöhnliche Geräusche in der Schulter beim Anheben der Arme

Mit dem „Painful-Arc-Test“ (Schmerzhafter-Bogen-Test) kannst du schnell und einfach herausfinden, ob du vom Schulterengpasssyndrom betroffen bist: Stelle dich aufrecht hin und lasse deine Arme zur Seite hängen. Hebe jetzt den Arm der betroffenen Schulter seitlich an, die Handfläche zeigt nach unten. Wenn du das Impingementsyndrom hast, treten Schmerzen im Winkel zwischen 60 und 120° auf. Dies kann eine erste Selbstdiagnose sein.

Generell entstehen die Beschwerden des Impingementsyndroms über eine längere Zeit und sind nicht gefährlich. Bei starken Schmerzen, erheblicher Bewegungseinschränkung, plötzlicher Schwellung und Rötung empfehlen wir dir einen Besuch beim Arzt. Er kann das Beschwerdebild ordnungsgemäß diagnostizieren und eine gezielte Behandlung einleiten.

Was sind Ursachen für das Schulterengpasssyndrom?

Häufig ist das Impingement-Syndrom eine Verschleißerscheinung. Sie betrifft vorwiegend Menschen, die viele Überkopfarbeiten durchführen. Auch verschiedene Sportarten begünstigen die Probleme. Am Schulter-Impingement leiden vor allem:

  • Maler
  • Automechaniker
  • Schwimmer
  • Tennisspieler
  • Bodybuilder und Gewichtheber
  • Volleyballspieler
  • Badmintonspieler
  • Handballspieler

Du fragst dich, welcher Sport bei Impingement Syndrom? Versuche von den genannten Sportarten abzusehen bis du keine Schmerzen mehr hast.

Die anatomischen Ursachen für ein Impingementsyndrom sind vielschichtig. Knochenschwund, Schleimbeutel- und Sehnenentzündungen sowie angeborene Faktoren können genauso ein Impingementsyndrom begünstigen wie die Einlagerung kleiner Kalkfragmente. Jedenfalls kommt es zu einer Enge zwischen Oberarmkopf (Humerus) und Schulterdach (Akromion). Sie wird oft über einen zu starken Zug des seitlichen Schultermuskels (Deltamuskel) verursacht – er kann nicht durch andere, zu schwache Schultermuskeln ausgeglichen werden. Die Enge führt dazu, dass die Supraspinatussehne eingeklemmt wird. Mitunter ist durch den Druck auch der Schleimbeutel (Bursa subacromialis) gereizt und entzündet – und das tut weh.

Dr. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerztherapeut und Gesundheitscoach:

"Für die reibungslose Führung des Schultergelenks ist ein äußerst komplexes Zusammenspiel der beteiligten Strukturen wie Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder notwendig. Bei Überforderung können diese schnell zu Veränderungen und folglich zu Schmerzen führen. Bei frühzeitigen Gegenmaßnahmen wie der Durchführung entsprechender Muskel- und Faszienübungen ist ein Impingementsyndrom wieder gut in den Griff zu bekommen."

Was dir bei einem Impingement-Syndrom in der Schulter helfen kann:

Die Behandlung des Schulterengpasssyndroms hängt stark von der jeweiligen Ausprägung ab. Allgemein gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto eher verschwinden die Beschwerden ohne operative Maßnahmen. Wann muss ein Impingement operiert werden? Meist ist eine Impingementsyndrom-Schulter-OP unnötig. Je nach Ausmaß des Schulterengpasssyndroms kann es helfen, dass du die Entzündung erst einmal hemmst. Danach kannst du mit einer weiteren Behandlung beginnen. Für einen Therapieerfolg beim Impingementsyndrom musst du folgende Maßnahmen in deinen Alltag einbauen:

  • Myofasziale Techniken
    Durch sogenannte SMT-Übungen (Self Myofaszial Treatment) kannst du Verhärtungen und Verklebungen im faszialen Gewebe lösen. Diese können die Spannung aus der Schulter nehmen – und die Schmerzen verschwinden. BLACKROLL® Faszien-Produkte sind dafür ideal.
  • Schultergürtel mobilisieren
    Auf Basis des gelockerten Gewebes kannst du Mobilisierungsübungen durchführen. Ziel ist es, mehr Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach zu schaffen.
  • Aktivierung
    Der physiotherapeutische Ansatz besteht darin, die umliegende Muskulatur zu kräftigen. Eine gezielte Aktivierung der richtigen Anteile der Rotatorenmanschette kann bewirken, dass sich die Enge unterhalb des Schulterdaches verkleinert.

Lasse es gar nicht so weit kommen und beuge einem Schulterengpass vor!
Verringere zur Prävention eines Schulterengpassyndroms stereotype Überkopfbewegungen im Alltag sowie das seitliche Schlafen auf derselben Schulter mit unter dem Kopf hochgestrecktem Arm. Hast du aufgrund deines Berufs oder Sports ein erhöhtes Risiko für ein Schulterimpingement? Dann beuge mit den nachfolgenden Übungen unangenehmen Schulterschmerzen vor.

> Zu den Schulterengpasssyndrom-Übungen

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