Hüftschmerzen

HÜFTSCHMERZEN

Du leidest unter Schmerzen in der Hüfte? Wie Hüftschmerzen entstehen und was du tun kannst, erfährst du hier.

Hüftschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzbildern. Interessant dabei: Betroffene können die Schmerzen in Hüfte/ Becken häufig nicht genau lokalisieren. Und zwar deshalb, weil Hüfte, Leiste, Gesäß und unterer Rücken durch fasziale Strukturen eng miteinander verknüpft sind. Wenn nun die natürliche Muskel-Faszien-Spannung in der Hüfte aus dem Gleichgewicht gerät, entstehen Hüftschmerzen.

Was sind Hüftschmerzen?

Immer mehr junge Menschen sind von akuten oder chronischen Schmerzen in der Hüfte betroffen – also von plötzlich auftretenden oder länger als drei Monate andauernden Schmerzen. Diese können nach körperlicher Beanspruchung oder aber auch in Ruhe auftreten. Medizinisch werden Hüftschmerzen als Koxalgie bezeichnet. Viele Betroffene verwechseln Hüftschmerzen mit Hüftarthrose. Arthrose ist aber nur eine mögliche Ursache für die Schmerzen – es muss also nicht immer gleich ein künstliches Hüftgelenk drohen. Häufiger führt die Kombination aus Verhärtungen, Verkürzungen und Verklebungen der Muskeln und Faszien zu Fehlstellungen. Wenn der Körper diese Fehlstellungen funktionell nicht mehr ausgleichen kann, signalisiert er das mit Schmerzen.

Was sind Symptome von Hüftschmerzen?

Die mit Hüftschmerzen verbundenen Symptome hängen von den Ursachen ab. Häufig treten diese Schmerzen in der Hüfte beim Aufstehen, Schmerzen in der Hüfte beim Gehen, Schmerzen in der Hüfte beim Liegen auf der Seite oder Hüftschmerzen nach dem Joggen und in den folgenden Regionen auf:

  • Hüft-Innenseite
  • Hüft-Außenseite
  • Oberschenkel
  • Leistengegend
  • Gesäß

Hüftschmerzen: Wann zum Arzt und zu welchem?

Wenn dich die Schmerzen im Alltag stark einschränken: Geh zum Arzt! Er kann feststellen, ob strukturelle Veränderungen wie Hüftarthrose, eine Sehnenentzündung, Knochenbrüche oder eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) vorliegen.

Ob du zum Arzt gehen solltest, hängt von der Art der Schmerzen ab. Du kannst selbst am besten abschätzen, ob eine weitere Untersuchung nötig ist. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig. Zu Beginn stattest du am besten deinem Hausarzt einen Besuch ab. Dieser überweist dich bei Bedarf an den passenden Spezialisten – also an einen Orthopäden, Internisten, Rheumatologen oder Chirurgen.

Hast du akute Schmerzen? Zum Beispiel nach einem Unfall oder Sturz? Dann solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Vergiss aber nicht: Gerade chronische Schmerzen im Bereich der Hüfte entstehen oft aufgrund von Verspannungen im myofaszialen System. Diese Verspannungen kannst du mit manualtherapeutischen Maßnahmen behandeln.

Wie entstehen Hüftschmerzen?

Verkürzte Muskeln oder Verklebungen in den Faszien sind häufig die Ursache für die Probleme. Um zu verstehen, wie Hüftschmerzen entstehen, müssen wir uns ansehen, wie das Hüftgelenk aufgebaut ist:

Die Hüfte ist das Gelenk, das das Becken mit dem Oberschenkel verbindet. Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und besteht im Wesentlichen aus Gelenkkopf und Gelenkpfanne. Nach dem Knie ist das Hüftgelenk das zweitgrößte Gelenk des menschlichen Körpers und trägt etwa 60 Prozent deines Gewichtes. Innerhalb und außerhalb der Gelenkkapsel befinden sich Bänder, die zur Stabilität beitragen. Die Gelenkkapsel ist in einen zweischichtigen Muskelmantel eingebettet, der bis zu 26 Muskeln umfasst. Du siehst: Der Aufbau des Hüftgelenks ist komplex. Deshalb können auch die Ursachen vielseitig sein, und die richtige Diagnose ist für die Behandlung von Hüftschmerzen unabdingbar.

Hüftschmerzen lassen sich je nach Ursache in drei große Gruppen einteilen:

1. Hüftschmerzen, die das Gelenk betreffen (artikuläre Schmerzen)
Dazu gehören Arthrose, Entzündungen (Arthritis), Femurkopfnekrose (Absterben des Oberschenkelkopfknochens) sowie Hüftimpingement.

2. Hüftschmerzen, die um ein Gelenk herum gelegen sind (periartikuläre Schmerzen)
Häufiger gehen Schmerzen von umliegenden Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder, Schleimbeutel) aus. Diese machen sich meist an der Außenseite der Hüfte bemerkbar.

3. Ausstrahlungsbedingte Hüftschmerzen
Die Ursachen können auch in der Lendenwirbelsäule, im Knie sowie im Iliosakralgelenk entstehen und bis in die Hüfte ausstrahlen.

Natürlich lassen sich die Schmerzen in der Praxis nicht immer an einem dieser Bereiche festmachen. Nicht selten sind es Kombinationen aus den drei Bereichen, die zu Hüftschmerzen führen. Trotzdem kann es hilfreich sein, die drei Bereiche zu kennen. Nur so kannst du abschätzen, woher die Schmerzen kommen könnten.

Dr. Torsten Pfitzer, ganzheitlicher Schmerztherapeut und Gesundheitscoach:

„Hüftschmerzen entstehen in den allermeisten Fällen durch zu hohe Muskel-Faszien-Spannungen und Verkürzungen durch einseitige Belastung im Sport oder Arbeitsalltag. Wird den Dysbalancen nicht durch myofasziale Übungen entgegengewirkt, scheuert der verstärkte Druck den Gelenkknorpel schneller ab. Es kommt zur sehr verbreiteten Arthrose. Wer Schmerzen in der Hüfte rechtzeitig selbst behandeln will, findet mit den BLACKROLL® Übungen äußerst wirksame Helfer.“

Behandlung von Hüftschmerzen

Das Wundermittel gegen Hüftschmerzen gibt es leider nicht. Wie so oft musst du die Ursachen bekämpfen, um die Probleme langfristig loszuwerden. Mit BLACKROLL® Produkten kannst du vor allem periartikuläre sowie ausstrahlungsbedingte Schmerzen an der Hüfte behandeln. Natürlich kann eine manuelle Therapie durch den Physiotherapeuten kombiniert mit physikalischen Maßnahmen (Elektrotherapie, Kälte-/Wärmetherapie, usw.) zur Schmerzlinderung beitragen. Wichtig ist, dass du diese passiven Maßnahmen mit aktiven verbindest.

Was du dazu brauchst? Eine Änderung deiner Lebensgewohnheiten und viel Geduld. Aber keine Sorge: Mit den richtigen Maßnahmen wirst du deine Hüftschmerzen wieder los:

1. Mobilisierung und Lockerung der Muskulatur im Bereich der Hüfte
Durch klassisches Faszientraining mit BLACKROLL® Produkten kannst du die Strukturen im Bereich der Hüfte lockern. Das nimmt Spannung aus der Muskulatur und kann Schmerzen lindern. Bearbeite dabei folgende Bereiche:

  • Hüftbeuger-Muskulatur
  • Gesäßmuskeln
  • Oberschenkel-Muskulatur von allen Seiten
  • unterer Rücken

2. Dehnung der Muskulatur, um die Beweglichkeit wiederherzustellen
Gewebe gelockert? Perfekt. Jetzt ist es wichtig, dass du durch diverse Dehnungsübungen wieder Länge in die Strukturen um deine Hüfte herum bekommst. Ziel ist es, dass der Hüftkopf nicht mehr so stark in die Gelenkpfanne gezogen wird. Wichtig, um einer Arthrose vorzubeugen.

3. Aktivierung und Kräftigung der Muskulatur im Bereich der Hüfte
Die vorwiegend sitzende Lebensweise und einseitige Bewegungen lassen bestimmte Muskelgruppen verkümmern. Die Ansteuerung der Muskulatur ist demnach nicht mehr so, wie sie sein soll. Die Folge: unphysiologische Krafteinwirkungen auf das Gelenk. Mit gezielten Aktivierungs- und Integrationsübungen kannst du das myofasziale Gleichgewicht wiederherstellen.

So kannst du Hüftschmerzen vorbeugen:

Du hast deine Schmerzen in den Griff bekommen? Dann sorge dafür, dass das auch so bleibt und verändere deinen Lebensstil:

  • Versuche, dein Gewicht beim Sitzen / Stehen gleichmäßig auf beide Sitzhöcker beziehungsweise Beine zu verteilen.
  • Wenn du viel im Sitzen arbeitest, lege regelmäßige Bewegungspausen ein.
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung und kontrolliere dein Körpergewicht.
  • Löse Verspannungen mit Faszientraining.
  • Mache regelmäßig ausgewählte Mobilisierungs- und Aktivierungsübungen.
  • Bewege dich regelmäßig (achte darauf, dass die Bewegungen keine Schmerzen verursachen).

> Zu den Übungen gegen Hüftschmerzen

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