NEUE FORSCHUNGEN: FASZIEN UND RÜCKENSCHMERZ

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Neue Forschungen: Faszien und 

Rückenschmerz

Beim 9. interdisziplinären Kongress zu Schmerzen im unteren Rücken und Hüftgürtel in Singapur trafen sich Wissenschaftler, Ärzte, Physiotherapeuten und gesundheitspolitische Entscheidungsträger und diskutierten neuste Erkenntnisse in der Schmerz- und Faszientherapie. BLACKROLL war vor Ort.

Die deutsche Forscherin Annika Griefahn präsentierte eine Studie, die sie gemeinsam mit Kollegen erarbeitet hatte. Wichtigstes Ergebnis: Übungen auf der BLACKROLL® vergrößerten die Beweglichkeit der Lendenfaszie. Annika Griefahn untersuchte gemeinsam mit Kollegen an 38 gesunden Studenten im Alter von 18 bis 30 Jahren, wie sich das Rollen kurzfristig auf die Fascia Thoracolumbalis (FTL) auswirkt.

Die Fascia Thoracolumbalis ist die großflächige Bindegewebsstruktur im menschlichen Körper, die unter anderem an der Kraftübertragung zwischen Becken und Rumpf sowie zwischen Armen und Beinen beteiligt ist. Wichtig ist diese Funktion beispielsweise beim Gehen oder beim Schwimmen.

Ist die Faszie versteift oder verklebt, kann es zu Schmerzen im unteren Rücken kommen. Fehlhaltungen sind dann oft noch eine zusätzliche Folge, die ihrerseits weitere Beschwerden auslösen können.

Nach dem Rollen war die Rückenfaszie der Studienteilnehmer, die Übungen auf der BLACKROLL® ausgeführt hatten, deutlich beweglicher als zu Beginn der Studie. Sie waren ebenfalls beweglicher als die Rückenfaszie von Probanden einer Placebogruppe, die die BLACKROLL® für eine andere Art von Übungen nutzten.

In einer zusätzlichen Fallstudie zeigte sich, dass es nach 28 Tagen durch Übungen mit der BLACKROLL® zu einer weiteren Verbesserung der Beweglichkeit der Rückenfaszie kam.

Warum die Beweglichkeit so wichtig ist? Dazu lohnt sich ein Blick auf die Arbeit der Forscherin Helene Langevin, Direktorin des Osher Centers for Integrative Medicine, das zum Brigham and Women's Hospital und zur Harvard Medical School gehört. Sie hatte festgestellt, dass die gegenseitliche Verschiebbarkeit der Faszien bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen deutlich geringer ist, als bei Patienten ohne Schmerzen. „Aus diesen bisherigen Forschungsergebnissen lässt sich schließen, dass eine verbesserte Beweglichkeit der Rückenfaszie Rückenschmerzen entgegenwirken könnte“, sagt Annika Griefahn.

Für Dr. Robert Schleip, Humanbiologe und Leiter der Fascia Research Group an der Universität Ulm, war eine der wichtigsten Erkenntnisse des Kongresses, dass inzwischen bei der Forschung nach Ursachen für Rückenschmerz die Biochemie stärker in den Vordergrund gerückt ist. Führende Forscher würden immer weniger auf die einzelnen Muskeln und verstärkt auf die Cytokine achten.

Das gibt Impulse für weitere Forschungen. „Die Zellen in den Faszien sind sehr aktiv und welche Botenstoffe sie auf welchen Reiz hin ausschütten, ist ein großes Thema“, sagt er. Dabei sei es interessant heraus zu finden, welche biochemischen Reaktionen das Training mit der BLACKROLL® möglicherweise auslöst.

Faszienforscher Jan Wilke sieht ein wachsendes Interesse auch in Bezug auf trainingstherapeutische Maßnahmen, die sowohl akut als auch chronisch zu unterschiedlichen Aktivierungsmustern der Hirnareale führen. Dies kann unter Umständen erklären, warum trotz morphologisch nicht greifbarer Befunde Effekte auftreten. Deshalb sollten die Wirkungsmechanismen nicht nur in der Peripherie, also an den symptomatischen Körperteilen, gesucht werden.

Dr. Robert Schleip wies zusätzlich auf die Bedeutung der Selbstwirksamkeit hin. Für Menschen, die Übungen auf der BLACKROLL ausführen, bedeutet das: Allein die Tatsache, dass sie sich selbst für ihre Gesundheit verantwortlich fühlen, kann einen positiven Beitrag zum Wohlbefinden leisten.

 


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