Blackroll Faszientraining Klettern
MOVEMENT

MIT DER BLACKROLL® DURCH DIE PYRENÄEN - BERICHT VON ANA ZIRNER

Gastbeitrag von der BLACKROLL®-Athletin Ana Zirner


Von Meer zu Meer über die wilden Pyrenäen

Mein Sommerprojekt 2018: Die Pyrenäen überqueren. Von Ost nach West, vom Mittelmehr zum Atlantik. Allein und zu Fuß lege ich 800 Kilometer in teils weglosem Gelände zurück. Ich gehe über Schneefelder, klettere auf Gipfel und durchquere Scharten und Canyons. Wann immer es das Wetter erlaubt, schlafe ich draußen unter dem Sternenhimmel.

Ich setze damit meinen Weg durch das gebirgige Herz Europas fort. Im letzten Sommer habe ich die Alpen überquert. Dabei ging es durch fünf Länder. Hier in den Pyrenäen gehe ich zwischen Frankreich und Spanien hin und her, aber auch durch Katalonien, Andorra und das Baskenland.

Rucksack auf und los geht's

Der Anfang fällt mir schwer. Die letzten Tage vor dem Aufbruch waren turbulent und jetzt fehlt mir überraschenderweise die Lust und vor allem das Wasser. Die Region in der ich starte, ist sehr trocken. Verbissen klettere ich in der sengenden Mittagshitze über staubige Hügel voller Kakteen, kämpfe mit Büschen und sauge mit meinem Wasserfilter die letzten Tropfen aus braunen kleinen Pfützen.

Erst als ich am dritten Tag eine ausführliche Yoga- und BLACKROLL®-Session einlege, beginnt es mir langsam besser zu gehen. Als ich mich zwinge, ganz langsam seitlich meinen Oberschenkel über die kleine Rolle zu bewegen, würde ich gerne schreien, so weh tut es. Stattdessen atme ich tief ein und aus und denke an meinen Physiotherapeuten, der mir bei einer Faszienmassage immer mit betörender Stimme „Sweeeeet paaaaaiiiin“ vorflötet.

Am Morgen danach geht es mir tatsächlich sehr viel besser und ich setze motiviert meinen Weg fort. Die Morgensonne kitzelt mein Gesicht, wie um mich zusätzlich anzustacheln. Ich schreite kräftig aus und finde endlich meinen Rhythmus.

Alpiner Notfall und Regeneration

Die Pyrenäen sind zwar nicht so hoch wie die Alpen – der Pico de Aneto ist mit 3.404 Metern der höchste Gipfel – aber die Landschaft wirkt schon auf geringerer Höhe oft hochalpin.Die Massive sind größtenteils aus Granit, aber man findet in den Pyrenäen auch den Monte Perdido (3355 m), den höchsten Kalksteinberg Europas.Es liegt noch erstaunlich viel Schnee und an vielen Tagen quere ich mit Steigeisen steile Hänge.

Am Ende so eines steilen Hangs erlebe ich völlig unvorhergesehen meinen ersten alpinen Notfall (mehr dazu in meinem Blog). Ich bleibe im dichten Nebel in einer Felswand hängen und das massive Gewitter macht zudem ein Vorwärtskommen lange unmöglich. Es gelingt mir zwar spät nachts der Situation ohne Verletzungen zu entkommen, aber in den nächsten Tagen tut mir der ganze Körper weh. Die Verspannungen sind sicherlich nicht nur Muskelkater von der übermäßigen Beanspruchung, sondern auch der Stress, der sich in meinem Körper festgesetzt hat. Auch hier hilft mir nicht nur eine Ruhepause und lange Yin-Yoga-Sessions, sondern auch viele Übungen mit der BLACKROLL®. Mit der MINI komme ich mit etwas Erfindungsgeist tatsächlich an viele verspannte Stellen, die ich nur mit einer Dehnung nicht erreiche. Ich erfinde eine neue Übung, bei der ich mich auf der Rolle, die unter meinem oberen Rücken liegt, einmal um meine eigene Achse drehe und so auch die Region zwischen meinen Schulterblättern erreiche.

Auf meiner Trinkflasche prangt mein Lieblingssticker mit dem Satz „Pain is weakness leaving your body“ und so bemühe ich mich zu lächeln, während ich auf einem Felsplateau liegend vor mich hin ächze. Die Verspannungen lösen sich langsam und ich werde nicht nur körperlich, sondern auch mental wieder entspannter und bereit für den Endspurt.

Um eine Erfahrung reicher

In den folgenden Tagen wird mir klar, dass die Notsituation wieder einmal bewiesen hat, dass trotz aller Vorbereitung, tausender Apps und Vorhersagen, Karten und GPS Geräten immer etwas Unerwartetes passieren kann, das innerhalb kürzester Zeit alles verändert. Es ist gleichzeitig genau das, was für mich am Bergsteigens so toll ist: Ich bin hier oben niemals völlig Herrin der Lage. Das macht mich demütig. Die Situation zeigt mir aber auch wieder, wie wichtig ein gesunder und starker Körper gerade in Grenzsituationen ist. Ich konnte die aufsteigende Angst direkt in einen klaren Pragmatismus kanalisieren. Gerade allein am Berg gibt es mir Zuversicht und Vertrauen zu wissen, dass mein Körper und meine Psyche einer solchen Situation mit großer Zuverlässigkeit gewachsen sind.

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